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Archäologie: Westbaltische Grabhügel bei Bukwałd gefunden

Funde am Grabhügel von Bukwałd, Foto: Material Towarzystwo Naukowego Pruthenia

Funde am Grabhügel von Bukwałd, Foto: Material Towarzystwo Naukowego Pruthenia

Eine weitere Entdeckung in der Nähe von Allenstein (Olsztyn) belegt eine frühe Ansiedlung von Westbalten in der Region. Neben dem alten Grabhügel (kurhan) stießen Archäologen auf ein von Westbalten im frühen Mittelalter bewohntes Dorf.

Man weiß bereits seit mehr als einem Jahrhundert, dass es hier in der Gegend eine frühe westbaltische Besiedlung gegeben haben muss. Bereits beim Bau der Eisenbahnlinie Olsztyn Braniewo entdeckte man in den Jahren 1878-1879 zwei Grabhügel, die durch die Arbeiten allerdings zerstört wurden. Der historische Grabügel in Bukwałd bei Olsztyn aus der frühen Eisenzeit mit Artefakten aus dem V. bis I. Jh.v.Chr. liegt an der Kopernikus-Route, einer der Haupttouristenrouten der Region.

Dort im Buchenwald des Naturschutzraums Ermländischer Buchenwald  (Warmińskie Buczyny) zwischen den Dörfern Bukwałd und Cerkiewnik in der Nähe von Olsztyn fanden Archäologen nach 16 Tagen des Grabens ein gut erhaltenes Grab sowie eine Urne mitsamt der Asche des Verstorbenen, die nun untersucht werden soll.

Ob der Größe des Grabhügels und der Art der Urne kann davon ausgegangen werden, dass es neben dem Grabhügel ein ganzes Dorf gab, die bisherigen Funde stützten die Vermutung: Dort ist noch mehr zu finden. So entschlossen sich Archäologen des ermländisch-masurischen Museums und der wissenschaftlichen Gmeinschaft Pruthenia zu den Ausgrabungen.

Nun scheint bereits gesichert, dass sich dort zwischen Groß Buchwalde (Bukwałd) und Münsterberg (Cerkiewnik) zwischen dem V. bis I. Jh.v.Chr. in der Eisenzeit eine frühmittelalterliche westbaltische Siedlung befand. In diesem Zeitraum war auf dem Gebiet der späteren mittelalterlichen Prußenstämme die Westbaltische Hügelgräberkultur mit der Brandbestattung in Urnen verbreitet. Die Grabhügel wurden über Steingruften angelegt, in denen sich bis zu 30 Urnen befanden. Die Westbalten gelten als Vorfahren der späteren Altpreußen und Kuren.

Die westbaltischen Stämme verbreiteten sich von der der Memel aus in Richtung Masuren, wobei die küstennahen Gebiete im Norden wie das Samland und Natangen zuerst besiedelt wurden. Das geschah zu Beginn der europäischen Völkerwanderung. Spätestens zu Beginn der Eisenzeit im 5. Jahrhundert v. Chr war die Bevölkerung in ganz Ostpreußen und auch im Narew-Gebiet baltisch.

Das Eisen und das Wissen um seine Bearbeitung erreicht diesen westbaltisch besiedelten Raum in der Zeit etwa um 550 bis 440 v. Chr.. Mit dieser Einführung des Eisens und der Einwanderung baltischer Völker entsteht in Ostpreußen, im Narewgebiet und an der litauischen Ostseeküste die westbaltische Hügelgräberkultur, mit der wir es auch in Bukwałd zu tun haben.

Die Fundstädte soll später für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und touristisch an die Kopernikus-Route angeschlossen werden.

Video-Das Hügelgrab bei Olsztyn:

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