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Guttstadt (Dobre Miasto) im Ermland

Kollegiatskirche und Kollegiatsstift von Guttstadt (Dobre Miasto), Foto: Bogitor, CC-BY-SA-2.5,2.0,1.0

 

Kollegiatskirche und Kollegiatsstift von Guttstadt (Dobre Miasto), Foto: Bogitor, CC-BY-SA-2.5,2.0,1

Gegründet wurde Guttstadt an der Alle von schlesischen Siedlern Anfang des 14. Jahrhunderts. Von Olsztyn kommend hat man von der Anhöhe über der Alle (Łyna) den schönsten Blick auf die Flussniederung, die von der mächtigen Kollegiatskirche dominiert wird. Die 10.000-Einwohner-Stadt liegt 25 km nördlich von Allenstein (Olsztyn) in einer Schleife der Alle. Südlich schließt sich die Allensteiner Seenplatte an.

Die idyllische Landschaft um Guttstadt ist gespickt von vielen typisch ermländischen Kapellen am Straßenrand, die äußerst vielfältig gestaltet sind. Im ganzen Ermland gibt es rund 1.400 solcher Straßenkapellen. Unweit von Guttstadt befinden sich mit Schönwiese (Międzelesie) und Glottau (Głotowo) gleich zwei ermländische Wallfahrtsorte.

Unübersehbar in Dobre Miasto ist die Storchenbastei (Basztą Bocianią) am Stadteingang zwischen Resten der alten Stadtmauern. Jeder Stadteinwohner schwört heilige Eide, dass vom ersten Jahr des Bestehens an in ununterbrochener Folge das Storchennest auf der Turmspitze bewohnt war. Der mittelalterliche Wehrturm wird heute als Museum und Galerie genutzt.

Storchenbastei von Guttstadt (Dobre Miasto), Foto: Jerzy Strzelecki, CC BY 3.0

Storchenbastei von Dobre Miasto, Foto: Jerzy Strzelecki, CC BY 3.0

Ein wenig Stadtgeschichte

Die Stadt wurde vom ermländischen Bischof Eberhard von Neiße 1326 im prussischen Gau Pogesanien an einem Ort erbaut, an dem zuvor vermutlich eine prussische Fluchtburg stand. Das erstmals 1325 erwähnte „Guthinstat“ wurde 1326 vom ermländischen Bischof Eberhard von Neiße gegründet, Kulmer Stadtrecht erhielt das schnell wachsende Guttstadt bereits 1329 vom ermländischen Bischof Heinrich II. Wegenap. Schon 1371 wurde das Rathaus fertiggestellt. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Stadtnamen Guttstadt, der vermutlich aus dem prussischen gudde (Busch) herrührt, das lateinische Bona Civitas (Gute Stadt). Die polnische Bezeichnung Dobre Miasto wiederum ist eine wörtliche Übersetzung aus dem Lateinischen.

Nach der Niederlage des Deutschen Ordens gegen die vereinten polnischen und litauischen Heere in der Tannenbergschlacht von 1410 geriet Guttstadt im Jahr 1414 in die Kriegsmühlen und wurde während des Hungerkriegs erobert und von schweren Zerstörungen getroffen.

Gebräuchlich wurde der Name Dobre Miasto, als Guttstadt mit dem ganzen Ermland nach dem Zweiten Thorner Frieden und dem Niedergang des Ordensstaates 1466 unter polnische Oberhoheit kam.

Im Reiterkrieg des letzten Hochmeisters Albrecht von Brandenburg gegen Polen eroberte das Ordensheer Guttstadt 1520, verwüstete die Stadt erneut und tötete große Teile der Bevölkerung. Auch unter den Kampfhandlungen während des Nordischen Kriegs (1700-1721) hatten Stadt und Bevölkerung zu leiden.

Nach der Ersten Teilung Polens im Jahr 1772 machte Preußenkönig Friedrich II. das Ermland zu einem Teil Preußens. Von1818 bis zum Kriegsende 1945 gehörte Guttstadt zur Provinz Ostpreußen.

Zur Zeit der napoleonischen Kriegs Anfang des 19. Jahrhunderts zog die Kriegswalze erneut über Guttstadt her. Napoleon persönlich nahm 1807 im Kollegiatsstift Quartier. Auch im 1. Weltkrieg wurde Guttstadt nicht verschont und wurde im August 1914 von den Russen vorübergehend besetzt, und beschädigt.

Im Januar 1945 flohen die Guttstädter und die Stadt wurde von der Roten Armee eingenommen. Am 1 August 1945 übergab der sowjetische Stadtkommandant die Stadt an Polen und den neuen Bürgermeister Jan Majdecki,.

Der Guttstädter Dom in Guttstadt/Dobre Miasto

Hauptsehenswürdigkeit von Guttstadt ist die1376-89 aus Backstein im gotischen Stil erbaute hufeisenförmig angelegte dreischiffige Kirche “Zum Heiligsten Erlöser und allen Heiligen” (Kościół pw. Najświętszego Zbawiciela i Wszystkich Świętych). Der Westturm wurde erst 1496 errichtet. Den barocken Dachreiter erbaute 1719 der bekannte Wormditter Baumeister Johann Christoph Reimers in der Gestalt eines Uhrentürmchens. Das bis heute charakteristische Aussehen erhielt die Kirche durch das 1895 errichtete Satteldach und die neogotischen Staffelgiebel.

Die imposante Kirche im Südwesten der Stadt wirkt wie ein Dom und ist die zweitgrößte Kirche des Ermlands. Besonders sehenswert in dem wunderbar ausgestatteten Gotteshaus sind die Madonnenstatue aus dem 15. Jahrhundert und besonders der Gnadenthronaltar (Guttstädter Gnadenstuhl) von 1504, der eine Figurengruppe des Dreifaltigkeitsaltars ist. Er wurde vermutlich von Schülern des großen Meisters Veit Stoß geschaffen. Der barocke Hochaltar  von 1748 hatte den Krakauer Hochaltar zum Vorbild und wurde von Bischof Adam Stanisław Grabowski (1741 – 1766) gestiftet.

Am 19. Mai 1989, dem 600. Weihtag des im Volksmund „Guttstädter Dom“ genannten Gotteshauses, erhob Papst Johannes Paul.II. die Kirche zur „Basilica minor“.

Das Kollegiatsstift in Guttstadt/Dobre Miasto

Guttstadt war ab 1347 Sitz des Kollegiatskapitels und Kollegiatsstifts “Zum Heiligsten Erlöser und allen Heiligen”, das als geistiger Mittelpunkt der Stadt galt. Zwölf vom Bischof ernannte Geistliche lebten im Kollegiatskapitel. Das Kollegiatsstift wurde 1810 aufgelöst. Im Jahr 1960 wurde es vom polnischen Primas Kardinal Stefan Wyszynski wieder eingerichtet.

Das ursprünglich dreiflügelige Kollegiatsstift wurde zeitgleich mit der Kirche errichtet und schließt sich direkt mit seinem Ostflügel an die Kirche an. Im Ostflügel waren eine repräsentative Bischofswohnung untergebracht und darunter die Sakristei. Dieser Flügel wurde bereits 1791 weitgehend abgerissen.  West- und Südflügel sind erhalten. In beiden Flügeln waren die Wohnräume der Stiftsherren, die Schatzkammer, die Bibliothek und das Archiv untergebracht. Im Untergeschoss gab es Wirtschaftsräume. Im Kreuzgang des ersten Stocks im Westflügel lohnen vor allem die Freskenmalereien einen Besuch. Der Südflügel ist der älteste Teil der Anlage wurde bereits um 1400 errichtet. Der Südflügel wurde im 19. Jahrhundert für schulische Zwecke umgebaut und dient heute als Priesterseminar.

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