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Was wird mit dem Aquapark in Ostróda?

Im Aquapark in Osterode (Ostróda), Foto: Pressematerial aquaparkostroda.pl

Im Aquapark in Osterode (Ostróda), Foto: Pressematerial aquaparkostroda.pl 

Unmut macht sich breit in der westmasurischen Kreisstadt Ostróda nach der Offenlegung von Informationen über die nun doch eintretende Schließung vom Aquapark im Stadtzentrum. Die kaum noch vermeidbare Schließung zum 1. Oktober 2016 würde ein herber Verlust für die Stadt sein. Der Verlust wäre ein Rückschritt für Ostróda, seine Bewohner und das ambitionierte Programm der Tourismusentwicklung. Die Frage, die heftig diskutiert wird ist nun: Kann es sich die Stadtverwaltung leisten, den zehn Jahre alten Aquapark zu kaufen und dann auch zu unterhalten?

Die Geschichte des Aquaparks in Osteróda

Der Aquapark in Osterode wurde im Jahr 2005 von einem privaten Unternehmer gebaut und dann von einer Gesellschaft ohne Beteiligung der lokalen Selbstverwaltung durchgeführt. Baubeginn war am 29. Juni 2005, eingeweiht wurde das Erlebnisbad am 27. Juli 2006. Von Anfang an war der Bau der Anlage umstritten und kontrovers diskutiert. Unter anderem gab es Vorwürfe eines zu niedrigen Verkaufspreises für das Grundstück.

In den letzten Jahren sank die Popularität des Aquaparks immer mehr, besonders da in der Nachbarschaft beeindruckende und modernere Objekte in Olsztyn (Allenstein), Iława (Dt.Eylau) oder Morąg (Mohnungen) entstanden. Das und die attraktivere Eintrittspreisgestaltung der anderen Anlagen hatte zum Ergebnis, dass die Besucherzahl dramatisch sank.

Heute ist das Aquapark-Gebäude zur Versteigerung ausgeschrieben. Der Preis beträgt 7 074 000,00 PLN + VAT (MwSt). Der Treuhänder, der den Aquapark vom Eigentümer übernommen hatte, will ihn so schnell wie möglich losschlagen. Wird die Stadt Osterode das Bad übernehmen? Ein anderer Interessent ist nämlich nicht in Sicht.

Die Kostenfrage für die Kommune: Geld wächst nicht auf Bäumen
Kritiker einer städtischen Übernahme des Bads meinen, die Kosten für einen möglichen Kauf und die Renovierung des Aquaparks würden sich auf eine Summe belaufen, die deutlich den eigenen Beitrag der Stadt zum Bau eines neuen Erlebnisbads übersteigen würde, wie bei vergleichbaren Investitionen von Nachbarstädten leicht zu errechnen sei.

Diese Kosten kamen auf die Nachbarstädte beim Bau vergleichbarer Anlagen zu:

  • Mohrungen – insgesamt fast 20 Mio. PLN, bei einer Kofinanzierung durch die Stadt von fast 10 Mio. PLN.
  • Deutsch Eylau – etwa 16 Mio. PLN, bei einer Kofinanzierung durch die Stadt von fast 8 Mio. PLN.

Nach Informationen von Eigentümern ähnlicher Anlagen würden die Wartungskosten für 12 Monate jeweils etwa 1 Mio. PLN betragen. Dabei muss im Auge behalten werden, dass in Osterode in jedem Fall zusätzlich eine gründliche Überholung der Anlage fällig ist, deren Kosten sich vermutlich auf 3-5 Millionen PLN belaufen würden.

Derzeit sind im städtischen Haushalt Ostróda keine Geldmittel für derartige Projekt ausgewiesen.

Der Stadtrat gibt grünes Licht für Verhandlungen mit dem Treuhänder

Wenn sich der Bürgermeister für die Übernahme des Pools entscheidet, wird die Angelegenheit letztlich vom Rat der Stadt in Osterode diskutiert und entschieden. Letztlich ist es an den Stadträten, eine etwaige Kaufvereinbarung oder ein Leasingübereinkommen zu genehmigen oder abzulehnen. Sie würden in beiden Fällen auch eine Entschließung über die Änderungen im Haushaltsplan verabschieden müssen und gegebenenfalls weitere finanzielle Verpflichtungen befürworten müssen, die für diesen Zweck entstehen wie zum Beispiel eine weitere Kreditaufnahme und damit eine weitere Verschuldung der Stadt. Weiter müssten die Stadträte auch eine Resolution verabschieden, um eine städtische Gesellschaft zu gründen, die den Aquapark betreibt. Auch müsste geprüft werden, ob der Aquapark dann zum Osteroder Sport- und Erholungszentrum (Ostródzkie Centrum Sportu i Rekreacji) gehören soll.

Am Freitag, den 9. September trat der Stadtrat von Osterode nun zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über die Zukunft des Aquaparks zu diskutieren, den der Gerichtsvollzieger, der derzeit die Aufsicht über den Aquapark hat, so schnell wie möglich loswerden möchte. Bisher konnte er das Bad allerdings nicht veräußern. Das Unternehmen, das vor rund einem Jahr (Das Ermland-Masuren Journal berichtete darüber) die Bewirtschaftung des Aquaparks übernommen hatte seine Tätigkeit aufgeben wird. Zu Ende dieses Monats bereits wird das Bad also geschlossen und das Wasser würde abgelassen werden.

Viele Bürger Osterodes können sich ihre 36.000-Einwohnerstadt, die zudem ein Touristenzentrum ist, ohne ein Hallenbad nicht vorstellen. Das geht Bürgermeister Czesław Najmowicz ähnlich.
Deshalb wurde eigens eine Ratssitzung einberufen, bei der einzig das Thema Aquapark auf der Tagesordnung stand. Sie Stadtverordneten informierten sich aus erster Hand über die Lage des Pools. Die Diskussion dreht sich um die Kernpunkte, ob die Stadt ein weiteres ein Darlehen aufnehmen könnte, um das bestehende Bad durch Kauf zu übernehmen oder alternativ eine modernere Anlage neu bauen lassen kann, ohne sich durch Kauf/Bau oder die Folgekosten dramatisch zu verschulden.

Die Kosten für einen neuen Pool könnten gut 20 Millionen PLN betragen. Der Treuhänder und Gerichtsvollzieher bemisst den derzeitigen Wert des Aquaparks bei knapp über 7 Millionen PLN. Doch Bürgermeister Najmowicz sieht bei den genannten 7 Millionen noch ein wenig Verhandlungsspielraum. Diesen Betrag sieht Najmowicz als Verkaufspreis und Wertgrundlage noch immer als etwas hoch an, weil die Stadt oder jeder andere Erwerber noch bis zu fünf Millionen PLN in die Renovierung des zehn Jahre alten Aquaparks investieren müsste.

Er denke, dass es sich bei einem Kauf und die Modernisierung des Aquaparks um eine Gesamtinvsetition von etwa 10-12 Millionen Euro, erklärte Bürgermeister Czeslaw Najmowicz dem Stadtrat von Ostróda.

Da es beim Aquapark um eine Investition zuvorderst in die Gesundheit und Erholung der Einwohner und auch der Schulkinder gehe, sei eine Darlehensaufnahme gerechtfertigt, zeigte sich bald als Mehrheitsansicht der Stadtverordneten. Der Stadtrat entschied daher, Bürgermeister Najmowicz das Mandat zu erteilen, mit dem Gerichtsvollzieher in Verhandlungen einzutreten und stets den Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt im Auge behaltend. Wenn der Gerichtsvollzieher seine Bewertung reduziert, kann das Hallenbad von der Stadt erworben werden. Doch die Zeit läuft – es sind nur noch drei Wochen bis zur Schließung.

Schließlich entschieden die Stadträte, dass der Bürgermeister mit dem Treuhänder über einen Kauf des Aquaparks verhandeln soll. Wenn der Treuhänder und Gerichtsvollzieher den von ihm angesetzten Preis reduziert, kann der Pool von der Stadt gekauft werden. Die Zeit für Verhandlungen wird jedoch knapp, weil das Objekt in 3 Wochen bereits geschlossen wird.

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