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Märchendörfer: Reise durch die märchenhafte Suwalszczyzna

Polens Nordosten

Märchenhafte Suwalszczyzna von der Góra Cisowa aus gesehen, Foto: Michał Winiarski, CC-BY-SA-3.0

 

 

Eiszeitliche Seen, sanfte Hügel, dichte Wälder und malerische Dörfer – die Suwalszczyzna rund um das nordostpolnische Suwałki (Suwalken) erinnert vielerorts an eine Märchenkulisse. Viele Sagen und Erzählungen, die seit Generationen weitergegeben werden, ranken sich um die Grenzregion zwischen Polen und Litauen. Durch diese reizvolle Gegend führt nun eine Baśniowy Szlak genannte Märchenroute. Sie will die alten Geschichten familiengerecht und spielerisch erlebbar machen. In den sogenannten Märchendörfern wird gleichzeitig über Natur, Bewohner und Geschichte der Region informiert. Das erste der insgesamt sieben interaktiven Zentren wurde bereits eröffnet, die übrigen sollen bis zur Jahreshälfte fertiggestellt werden.

Die vor gut 100 Jahren verstorbene Schriftstellerin Maria Konopnicka gilt als die Autorin der Suwalszczyzna schlechthin. Ihre Geschichte „O Janku Wędrowniczku“ (Von Janek dem Wanderer) stand Pate für das erste Märchendorf, das „Dorf der fröhlichen Wanderer“ im rund acht Kilometer von Suwałki entfernt gelegenen Nowa Wieś. Die ganzjährig zugängliche Freiluftanlage erzählt die Geschichte mit ihren Bauten und interaktiven Spielmöglichkeiten nach. Eine Mühle dient als Aussichtsplattform, das Mühlenhandwerk wird dort erklärt. Die Stall- und Scheunenwand birgt hinter verschiedenen Klappen viele tierische Überraschungen, auf dem Spielplatz warten hölzerne Tierfiguren auf die kleinen Besucher und im Wald können sie ein zwei Meter hohes Kapillarthermometer bestaunen, das auf seinen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wartet.

Anfang Mai 2014 werden drei weitere Dörfer eröffnen. Das „Dorf der zwei Meister“ in Puńsk an der Grenze zu Litauen erzählt die bekannteste Legende der Region, die Geschichte der schönen Jegla und des Flussgottes Żaltis. Das „Dorf der Geschenke des Waldes“ in Kopiec ist dem Leben im Wald gewidmet, der Blaubeerkönig und Zwerg Modraczek erzählen dort die Legende vom Stein. Im Park des Maria-Konopnicka-Museums in Suwałki befindet sich die „Zwergengasse“. Besucher können dort die Gründungslegende der Stadt an der Czarna Hańcza kennenlernen. Im Juni werden die übrigen Märchendörfer in Bakałarzewo, Rutka-Tartak und Sejny eröffnet. Dort geht es um die Entstehung des Dorfes Stary Kazdub, die Geschichte vom schwarzen Wolf und die Entstehungsgeschichte der multiethnischen Kleinstadt Sejny.

Karte der Suwalszczyzna, Foto: Wulfstan, CC-BY-SA-2.0

Die Suwalszczyzna liegt im Norden der Woiwodschaft Podlaskie (Podlachien) und grenzt direkt an Masuren. Sie lohnt einen Ausflug im Masuren-Urlaub. Olecko (Treuburg) ist nur rund 40 km von Suwałki entfernt, von Augustów rund 50 km.  Die attraktive Touristenregion kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Dort siedelten Prussen, Polen, Litauer, Weißrussen, Juden und Deutsche. Ihre Spuren kann man bis heute verfolgen. Bei Gästen besonders beliebt sind die zahlreichen Seen und Wälder, die zum Wandern, Radfahren oder Geocachen einladen. Die Czarna Hańcza zählt zu den beliebtesten Kajakrouten Polens. Mit dem Wigierski-Nationalpark besitzt die Suwalszczyzna auch ein Großschutzgebiet.

Informationen zur Suwalszczyzna und zur Märchenroute unter www.basniowasuwalszczyzna.pl