News - Die Kurznachrichten

Seebad Krynica Morska (Kahlberg) will Kurort werden

Krynica Morska vom Haff aus gesehen, Foto: Polimerek, CC-BY-SA-3.0
Krynica Morska vom Haff aus gesehen, Foto: Polimerek, CC-BY-SA-3.0

Hinter Bodenwinkel (Kąty Rybackie) beginnt die Frische Nehrung (Mierzeja Wiślana), die schon seit dem 19. Jahrhundert die Sommerfrische der Danziger und Elbinger war. Insgesamt 70 Kilometer lang ist die 500 m bis 2 km schmale zwischen dem Süßwasserhaff und der Ostsee gelegene Landzunge ein landschaftliches Kleinod. Dem sumpfigen, schilfbestandenen Haffufer folgen vorwiegend von Kiefern bewaldete Höhen, die auch im Sommer erfrischend schattige Waldwanderungen ermöglichen. Vom Scheitelpunkt der bewaldeten Höhen an hört man das Rauschen der Ostseebrandung. Bergab geht der Wald schnell in den Dünengürtel über, der in einem breiten, weißen und vielfach menschenleeren Sandstrand übergeht. Krynica Morska, das alten Seebad Kahlberg ist nach wenig mehr als 15 Kilometern auf der Wojewodschaftsstraße 501 erreicht.

In Krynica Morskas kleinem Haffhafen legen die Ausflugsdampfer aus Elbląg und Frombork an, die über das Frische Haff kommen. Der Ort liegt um diesen Hafen auf der Haffseite herum, der Strand an der Ostseeseite. Dazwischen liegt ein hoch aufsteigender, bewaldeter Dünengürtel.

Kahlberg, Kurkonzert im Kurgarten, Foto: Ansichtskarte, historisch, gemeinfrei
Kahlberg, Kurkonzert im Kurgarten, Foto: Ansichtskarte, historisch, gemeinfrei

Krynica Morska ist früher wie heute der Hauptbadeort der Nehrung, vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zählte die Kurverwaltung rund12.000 Besucher. Selbst in den Kriegsjahren kamen noch Besucher zur Sommerfrische nach Kahlberg und flanierten im Kurgarten und lauschten Kurkonzerten. Sowohl im Ort als auch vor dem Abstieg zum Strand herrscht allerhand Trubel, viele Stände und Geschäfte suchen Käufer für alle Arten von Souvenirs – besonders Bernstein. Zum Badestrand führt ein steiler Anstieg über die bewaldete Höhe, es gibt einen Pendeldienst aus dem Ort. Vorbei kommt man dabei an den vielen im schattigen Wald geschützt gelegenen Ferienheimen und Pensionen. Es sind nur noch wenige der alten Holzvillen erhalten oder wieder aufgebaut, die heute kleine Hotels und Pensionen beherbergen.

Der Traumstrand lädt natürlich nicht nur zur Bernsteinsuche ein, sondern auch zum Baden. Das Wasser wird an der Nehrung allerdings auch im Hochsommer wegen einer kalten Meeresströmung selten wärmer als 20° warm.

Der kilometerlange Strand von Krynica Morska, Foto: Hans Weingartz, CC BY-SA 2.0 de
Der kilometerlange Strand von Krynica Morska, Foto: Hans Weingartz, CC BY-SA 2.0 de

Das vor allem in den Sommermonaten beliebte polnische Seebad Krynica Morska (Kahlberg) will sich künftig stärker als Ganzjahresziel bekannt machen und so langfristig die Gästezahlen verdoppeln. Die kleine Gemeinde auf der Frischen Nehrung (Mierzeja Wiślana) ist vor allem für seine langen Strände und die nahe gelegenen Wanderdünen bekannt. Künftig will die Gemeindeverwaltung auch auf Kur- und Segeltouristen setzen.

Der kleine Ort mit 1.300 Einwohnern und 15.000 Gästezimmern unweit der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad (Königsberg) soll langfristig den Status eines Kurorts erhalten. Neben dem spezifischen Mikroklima der waldreichen Halbinsel zwischen Ostsee und Haff sollen Solequellen und Thermalwasser zu Heilzwecken genutzt werden. Entsprechende Probebohrungen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Bereits in den kommenden Jahren soll ein Kurpark entstehen und die vorhandene Promenade erneuert werden.

Um vom Segel- und Hausboottourismus auf dem Frischen Haff stärker zu profitieren, ist bereits eine neue Marina entstanden. In den kommenden vier Jahren sollen die Rad- und Wanderwege auf der Nehrung ausgebaut werden und so ein kombiniertes Angebot entstehen. Die Nordic-Walking-Trassen sollen im Winter auch als Langlaufloipen durch die hügelige Landschaft genutzt werden. Das im Winter häufig zugefrorene Haff will die Stadtverwaltung zudem als Ziel für Snowkiter vermarkten.