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Geschichte Ostpreußens: Der Deutsche Orden und sein Staat

Schlacht von Tannenberg, Gemälde, Jan Matejko(1838-1893), CC-PD

Ohne den Deutschen Orden hätte es kein Ostpreußen gegeben. Gegründet wurde der Orden unter dem Namen „Brüder und Schwestern vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ als Hospitalbruderschaft Lübecker und Bremer Bürger 1090 bei Akko im Heiligen Land. Im Jahr 1198 wurde der Krankenpflegeorden in einen Ritterorden zur Verbreitung des Glaubens umgewandelt. Nachdem Palästina von Muslimen erobert wurde, brauchte der Deutsche Orden ein neues Betätigungsfeld.

Nach einem Intermezzo in Ungarn, wo der Orden die östliche ungarische Grenze in Siebenbürgen stabilisieren half, eigene Ansprüche aber nicht durchzusetzen vermochte, kam der Ruf des polnischen Herzogs Konrad von Masowien gerade Recht. Er brauchte Hilfe, da er außerstande war, seiner heidnischen Nachbarn, der Pruzzen, Herr zu werden. Diesmal sicherte der Orden seine Forderungen vor Beginn des Feldzugs ab und erhielt das Kulmer Land von Konrad zum Lehen. Als Kaiser Friedrich II. dem Orden 1226 in der Goldenen Bulle von Rimini die Herrschaft über alle von ihm eroberten Territorien zusicherte, gab Hochmeister Hermann von Salza den Marschbefehl. Im Jahre 1230 überschritt Landmeister Hermann Balk mit dem Ordensheer die Weichsel.

Ein befestigter Platz nach dem anderen wurde auf dem Marsch nach Osten errichtet, eine Burg nach der anderen erbaut. Bis 1280 waren die Pruzzen besiegt, und als 1309 der Orden seinen Hochmeistersitz aus Venedig in die Marienburg verlegte, war der Deutschordensstaat bereits die dominierende Wirtschafts- und Militärmacht der Region. Im Schutzkreis der Burgen entstanden Siedlungen, eine gezielte Einwandereranwerbung hatte begonnen, der Orden schuf sein eigenes, neues Staatsvolk.

Die ethnische Herkunft des Einwanderers war nebensächlich, Hauptsache der Neusiedler war loyal und Christ. In diesen Blütejahren galt der Ordensstaat das fortschrittlichste Staatsgebilde Europas – wenn man nicht gerade Pruzze war. Zu jener Zeit war der Orden, der streng hierarchisch aufgebaut war, attraktiv für die Söhne des Adels und hatte mit 3.000 auch seine größte Ritterzahl. An der Spitze der durchweg adeligen Ritter- und Priesterbrüder stand der Hochmeister, dem fünf Großgebietiger beigesellt waren, der Großkomtur, der als Stellvertreter des Hochmeisters fungierte, der für das Heerwesen zuständige Marschall, der Tressler genannte Schatzmeister und der als Zeugmeister tätige Trapier sowie der Spittler als Leiter des Hospitalwesens.

Mit der Christianisierung der Litauer und deren Union mit Polen war die eigentliche Daseinsberechtigung des Ordens entfallen. Es gab nichts mehr zu christianisieren in der Region, und der Interessenkonflikt mit Polen wurde unüberbrückbar. Die Niederlage bei Tannenberg am 15.7.1410 läutete mit ersten Gebietsverlusten den Niedergang ein. Unfähig zur Reform von innen, die den Städten und Ständen Mitsprache zugestanden hätten, fühlten sich diese zunehmend fremd bestimmt, und neben dem äußeren Druck beschleunigte der innere Zwist den Verfall des Ordens.

Im 2. Thorner Frieden von 1466 musste der Orden weite Gebiete an Polen abtreten und den Hochmeistersitz nach Königsberg verlegen. 1525 endete die Ordensherrschaft, als Hochmeister Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach das Ordensland in ein weltliches Herzogtum Preußen unter polnischer Lehnhoheit umwandelte.

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