Dzialdowo: Neues Ordensritter-Museum in Masuren

Ordensritter-Museum Dzialdowo/Soldau Foto: Interaktywne Muzeum Panstwa Krzyzackiego

Am 13. August wird in der Kleinstadt Dzialdowo (Soldau) im westlichen Masuren das erste interaktive Museum zur Geschichte der Ordensritter eröffnet. Die moderne Ausstellung hat ihren Platz im barocken Rathaus. Das im Jahr 1796 errichtete Gebäude ist  dafür umfangreich saniert worden und erstrahlt nun wieder im neuen, alten Glanz. Das moderne mehrsprachige Museum soll ein touristischer Anziehungspunkt im Südwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren werden und rundet das Informationsangebot rund um die Vergangenheit der Region im Ordensstaat ab. Dzialdowo liegt nicht weit von Ordensburgen wir Ostroda, Olsztyn oder Nidzica entfernt, auch das Schlachtfeld der Tannenbergschlacht von 1410 ist nah. So kann der Besucher in dieser Region intensiv auf den Spuren der Ordensritter wandeln.

Die neue Ausstellung entstand in fünf Räumen im Oberschoss des Gebäudes. Sie beginnt mit Informationen und Darstellungen zur Gründung und Expansion des Ordensstaates, ein zweiter Raum beschreibt den Alltag des Ordens, ein dritter seine militärischen Techniken. Im vierten Raum geht es um die historische Schlacht der Ordensritter gegen das polnisch-litauische Heer bei Grunwald (Grünefelde) am 15. Juli 1410. Mit der Niederlage der Ordensritter begann der Niedergang des Ordenstaates. Im fünften Raum sind vor allem audiovisuelle Darstellungen zu erleben. Unter dem Dach des Gebäudes entstanden Räume, in denen Kinder- und Jugendgruppen sich experimentell und virtuell in die Zeit des Mittelalters begeben können.

Bei der Darstellung setzt man vor allem auf multimediale und dreidimensionale Präsentationen. So kann man als Besucher eindrucksvoll erleben, wie die Burgen errichtet oder Kämpfe ausgetragen wurden. Während die Geschichte des Ordensstaates im 19. und 20. Jahrhundert von nationalistischen Bewegungen in Deutschland und Polen für die politische Propaganda instrumentalisiert wurde, bemüht sich das neue Museum um eine differenzierte und ideologiefreie Darstellung.

Der Deutsche Orden war 1226 von dem Piastenherzog Konrad von Masowien um Hilfe im Kampf gegen die heidnischen Pruzzen gerufen worden. Sein Herrschaftsgebiet dehnte sich vom Kulmerland rasch immer weiter nach Osten aus. Die Marienburg im heutigen Malbork wurde zur neuen Machtzentrale des Ordensstaates. In Soldau hatte der Orden Anfang des 14. Jahrhunderts eine Grenzburg errichtet, in deren Schutz sich eine Siedlung entwickelte. Im Krieg zwischen dem Orden und den polnisch-litauischen Truppen wurde Soldau zerstört, später vertrieben die Einwohner die Ritter von der Burg und übergaben diese den polnischen Truppen. Auch in späteren Jahrhunderten wurde die Stadt bei kriegerischen Auseinandersetzungen mehrfach zerstört. In der wiederaufgebauten Ordensburg befindet sich heute die Stadtverwaltung.

Durch das neue Museum erhofft sich Dzialdowo wachsende Besucherzahlen. Eröffnet wird es mit einem großen Fest auf dem Marktplatz. Die Kreisstadt liegt eine knappe Autostunde südlich der Woiwodschafts-Hauptstadt Olsztyn (Allenstein). Unweit davon befindet sich die heute als Hotel und Museum genutzte Ordensburg von Nidzica (Neidenburg).

Weitere Infos zum neuen Interaktywne Muzeum Panstwa Krzyzackiego (Interaktives Museum der Ordensritter)  unter www.muzeum.dzialdowo.pl.

(Quelle: Polnisches Fremdenverkehrsamt)

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