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Bitcoins in Polen – Wie geht es weiter mit der digitalen Kryptowährung?

Bitcoin, die bekannteste Kryptowährung in Polen

Bitcoin, die bekannteste Kryptowährung. Foto: jaydeep_ / Pixabay.com

In den letzten Jahren verzeichneten die Bitcoins eine deutliche Entwicklung, mussten aber gerade in jüngster Zeit auch einige herbe Dämpfer hinnehmen. Da wäre zum Beispiel die geplante Besteuerung der Bitcoins und die Schließung der polnischen Bitcoin-Börse –  der bisher zweitgrößte polnische Handelsplatz für Kontowährungen. Kritiker zogen Parallelen zum Fall Bitsane, die irische Börse, die ebenfalls über Nacht ihre Pforten schließen musste. Doch wie steht es genau um die Krypowährung im europäischen Ausland?

Wie funktionieren Bitcoins? 

Für den Umgang mit Bitcoins müssen die Nutzer kein großes Vorwissen mitbringen. Mit einem Wallet auf dem Smartphone oder PC wird die erste Bitcoin-Adresse generiert. Der Besitzer gibt seine Bitcoin-Adresse an einen anderen Nutzer, der dann Geld senden kann. Das gemeinsam genutzte Buchungssystem heißt Blockchain. Es bildet die Grundlage für das gesamte Netzwerk rund um die Bitcoins. Alle Transaktionen des Kontobesitzers werden in diesem System abgespeichert. Wie steht es um die Zukunft dieser Währung und worin liegt das eigentlich Potenzial? Für die chronologische Reihenfolge sorgt die Kryptographie. Wechselt ein Betrag zwischen zwei Bitcoin-Wallets, ist vom Transfer die Rede. Die digitalen Geldbörsen enthalten einen privaten Schlüssel, der als Seed bezeichnet wird. Mithilfe dieses Schlüssels lässt sich jede Transaktion signieren. Das Ganze ist wie ein mathematischer Beweis zu verstehen. Durch diese Markierung verhindert das Sicherheitssystem, dass es anderen Sendern möglich ist, die Transaktionen nachzuvollziehen. Ungefähr nach 10-20 Minuten erfolgt eine Bestätigung über das Netzwerk.

Eine ausstehende Transaktion wird als Mining bezeichnet und Blockchain bestätigt. Durch Mining bleibt die chronologische Reihenfolge erhalten und das Netzwerk neutral. Für eine Bestätigung ist ein erfolgreiches Einfügen der Transaktionen in einem Block notwendig. Diese unterliegen strengen kartographischen Regeln und müssen durch das Netzwerk verifiziert werden. Auch das soll eine Modifizierung der Blöcke verhindern.

Bitcoins anlegen und Geld verdienen

Um mit den Bitcoins auch Geld zu verdienen, kommen die Nutzer mit einem automatischen Handelssystem in Berührung. Auch die Anzahl dieser Broker hat deutlich zugenommen, wie dieser Bitcoin Era Test zeigt. Im Prinzip geht es um die ersten Schritte auf den Portalen, ihre Erfolgsrate, die Mindesteinzahlung und die Seriosität. Schließlich suchen die Anleger nach einem Broker, der ihre Investition nicht fahrlässig aufs Spiel setzt, sondern effektiv einsetzt, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Die Bewertung ist nicht gerade einfach, da in Verbindung mit den neuen Kryptowährungen die Langzeiterfahrungen fehlen.

Im Umgang mit den Kryptowährungen sind diverse Methoden verbreitet. Beispielsweise hat sich 2013 eine prägende Strategie in der Szene festgesetzt, die in Verbindung mit dem Begriff „Hodl“ steht. Diese Bezeichnung geht auf einen verärgerten User zurück, der trotz Kursverlust in einem kleineren Crash seine Bitcoins nicht weitergab und irgendwann verärgert mit einem Post reagierte: „I am holding“. Gerade die falsche Schreibweise hat dazu geführt, dass sich dieser Ausruf fest in der Krypto-Meme-Sprache etablierte. Überraschenderweise werden mehr als 60 % der Bitcoins im Umlauf in den letzten 12 Monaten nicht bewegt. Das lässt die Vermutung zu, dass insbesondere die langfristigen Anleger es auf die Bitcoins abgesehen haben.  So hat auch die letzte bahnbrechende Entwicklung seit 2018 nichts an der favorisierten Strategie des Ruhen geändert.

Versteuerung der Kryptowährungen in Polen 

Die polnische Krypto-Community hat sich gewehrt und wohl alles dafür getan, erst einmal keine Steuern auf Bitcoins zu zahlen. Doch ist diese Festlegung mit Vorsicht zu behandeln, da die Aufhebung der Steuerpflicht wohl eher ein temporärer Zustand ist. Eigentlich hatte die polnische Regierung erst zu Beginn des Jahres 2018 die Besteuerung aller Kryptowährungen ins Spiel gebracht, um jeden Steuerzahler und Anleger zu verpflichten, im Zusammenhang mit dem Handel in Kryptos die Einnahmen der persönlichen Einkommensteuer hinzuzurechnen.

Die Reaktion auf diese Ankündigungen waren deutlich, sodass innerhalb der Community schnell eine Petition die Runde machte und sich einige Demonstranten sogar vor dem Finanzministerium postierten. Diese Maßnahmen scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Ausgehend von der polnischen Presseagentur sollen erst ausführliche Analysen angestellt werden, um die Erkenntnisse in die Steuerpolitik einfließen zu lassen. Im direkten Vergleich zu Deutschland ist die Besteuerung nach § 20 Abs. 1 No. 2 Gegenstand des Einkommensteuergesetzes, wenn auch eine genaue Erläuterung der steuerlichen Behandlung fehlt. Eben genau diese finale gesetzliche Fassung fehlt in vielen europäischen Ländern.

Wie steht die polnische Regierung zu Krypotwährungen?

Alles was bleibt, ist wohl eine gewisse Skepsis der polnischen Regierung gegenüber den aufstrebenden Krypotwährungen. So tauchte im vergangenen Jahr eine umstrittene Aufklärungskampagne der polnischen Zentralbank im Netz auf, die vor den vermeintlichen Gefahren der Investitionen in Bitcoins warnt. Bisher zeigte man sich vonseiten der Regierung neutral, wenn es um die Kulturwährungen ging.  So ist der Handel seit Februar 2017 offiziell anerkannt.

Danach gab die Regierung sogar bekannt, den nationalen Markt der Kryptos zu unterstützen und zu fördern. So wurden zum Beispiel Projekte für die Förderung der Blockchain-Technologie  ins Leben gerufen, sodass sich gerade in den letzten Jahren immer mehr Kulturwährungsunternehmen in Polen ansiedelten. Auf Nachfrage der Presse zeigte man sich auch nach den warnenden Worten kompromissbereit. Es ist also vielmehr die Art und Weise, wie die Zentralbank diese Kritik äußerte, die als höchst fragwürdig zu bewerten ist.

Wie steht es um die Zukunftsaussichten der Bitcoins?

In der jüngsten Zeit mussten sich die Bitcoins hartnäckigen Preiskämpfen erwehren. Das bringt aber Krypto-Unternehmer Spencer Bogart nach wie vor nicht von seiner Meinung ab, dass diese Kryptowährung sich in den nächsten 5 Jahren an der ersten Position etablieren wird. Er erkennt das langfristige Potenzial der Währung, demnach sollen auch die Preisrückgänge keinerlei Auswirkungen auf die Grundlage der Bitcoins haben.

Weltweit fehlt eine zentrale Behörde. In diesem Zusammenhang entfällt auch die behördliche Genehmigung, was zu einer unentwegten globalen Verbreitung führen kann. Im Gegenzug wünscht er sich eine klarere Regulierungsmaßnahme. So bewegt sich die Währung mit 63 % immer noch unter dem eigentlichen Allzeithoch zum Ende von 2017, konnte aber über das aktuelle Jahr einen Preisanstieg von über 80 % für sich verbuchen.