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Die Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren

Michelin Polska in Olsztyn, größtes Unternehmen der Region
Michelin Polska in Olsztyn, größtes Unternehmen der Region, Foto: Umix, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

 

Die Sonderwirtschaftszonen in Polen

Um in- und ausländische Investoren durch günstige Bedingungen an Standorten in unbewohntem, strukturschwachen Gebieten ansiedeln zu können und dort Arbeitsplätze zu schaffen, hat Polen insgesamt vierzehn Sonderwirtschaftszonen geschaffen, die seit mehr als 15 Jahren erfolgreich Investoren akquirieren. So wurde die wirtschaftliche Entwicklung dieser Regionen vor allem durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze beschleunigt.

Dafür genießen die Investoren einige wichtige Vorteile. Es wird zu Prozentsätzen von bis zu 70% an der Körperschafts- und Einkommenssteuer für Einnahmen befreit, die in der SWZ erzielt werden. Zusätzlich kann eine staatliche Beihilfe in Anspruch genommen werden, die ebenfalls in Form von Steuerbefreiungen gewährt werden, zum Beispiel für Kosten neuer Investitionen oder für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die maximale zulässige Unterstützung variiert hier zwischen 30% für die Region Warschau und 50% für die Woiwodschaften Podkarparckie, Lubelskie, Lubuskie, Małopolskie, Łódzkie, Kujawsko-Pomorskie, Podlaskie, Świętokrzyskie und Warmińsko-Mazurskie. In den übrigen Regionen sind es maximal 40% Weiterhin ist auch die Befreiung von der Immobiliensteuer möglich. Generell werden für die Investoren voll erschlossene attraktive Gewerbegrundstücke mit erstklassiger Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Insgesamt konnten die Sonderwirtschaftszonen bis heute rund 1.600 Investitionen anziehen und Investoren, die sich ohne das Programm wohl nicht in diesen Regionen angesiedelt hätten. Über 85 Milliarden Złoty sind an ansiedlungswillige Unternehmen geflossen, wodurch mehr als 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Auch die Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren (Warmińsko-Mazurska Specjalna Strefa Ekonomiczna) gehört zu diesem Wirtschaftsförderungsprogramm.

Sonderwirtschaftszonen in Polen auf Erfolgskurs

Das 1. Halbjahr 2015 war für die polnischen Sonderwirtschaftszonen (SWZ) von Erfolg gekrönt. In zehn der vierzehn SWZs konnten Investoren gewonnen werden, die nun Projekte im Wert von 2,26 Milliarden Złoty realisieren werden. Dabei werden sie über 2.600 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die meisten dieser Investitionen zog die SWZ Kattowitz (Katowicka Specjalna Strefa Ekonomiczna) an sich und zeigte sich als attraktivster Standort in Polen. Im ersten Halbjahr wurde 17 Investoren die Genehmigung erteilt. Nun werden Investitionen in Höhe von rund 890 Millionen Złoty in die Region fließen. Nach der derzeitigen Zahl der Interessenten-Anfragen geht man davon aus, dass im gesamten Jahr 2015 rund 30 Investitionsgenehmigungen im Volumen von 1,2 Milliarden Złoty genehmigt werden.

Im 2. Halbjahr wird ein weiterer steter Zufluss an Investitionen erwartet. Gleich mehrere SWZs erweitern ihre Flächen deutlich und investieren weiter in die Infrastruktur, um ihr Angebot zu optimieren. Das gilt besonders auch für Gebiete an den Schnellstraßen S3, S7 und S8. Auch in Masuren (S7) Masuren werden in Zusammenarbeit mit den Selbstverwaltungen speziell zugeschnittene Angebote erarbeitet.

Die Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren

Am 9. September 1997 wurde die Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren zunächst für einen Zeitraum von 20 Jahren durch eine Verordnung des polnischen Ministerrates gegründet. Inzwischen ist die Laufzeit bis 2026 verlängert worden. Die SWZ Ermland-Masuren verfügt derzeit über Grundstücksflächen von rund 984 ha in 28 Subzonen. Sie sind alle gut erschlossen und liegen verkehrsgünstig. Auf allen Flächen gilt hier die Befreiung von Einkommen- und Körperschaftsteuer zwischen 50-70 %, weitere Vergünstigungen sind Befreiungen oder Reduzierungen lokaler Steuern, die zum Beispiel bei der Grundsteuer 100% betragen können.

Auf dem Gebiet der Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren sind derzeit 47 geförderte Unternehmen tätig, wobei „Michelin Polska S.A.“ und „LG Electronics Mława Sp“ die beiden größten sind. Das gesamte Investitionsvolumen in der SWZ beträgt 3,6 Milliarden Złoty, 8.291 neue Arbeitsplätze konnten damit geschaffen werden.

Neue Ansiedlung in der Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren

Wie das polnische Wirtschaftsministerium in Warschau Ende Juli mitteilte, verzeichnet die Sonderwirtschaftszone Ermland-Masuren eine neue Ansiedlung. Der Möbelhersteller Żuławska Fabryka Mebli will 75 Millionen Zloty investieren und 170 neue Arbeitsplätze schaffen. Der Investor baut seine bestehenden Produktionskapazitäten ihrer Fabrikationsanlage in Elbląg (Elbing) aus. Errichtet wird vom Investor eine neue Lager- und Produktionshalle, in der Lagerraum für andere Möbelanbieter zur Verfügung gestellt wird mitsamt den zugehörigen Logistikdienstleistungen.