News - Die Kurznachrichten

Dispoumschuldung – Polen-Urlaub finanzieren

Masuren Urlaub Dispokredit

Mit dem Dispo in den Masuren-Urlaub? Pixabay.com/Tumisu/CCO Public Domain
Mit dem Dispo in den Polen-Urlaub nach Masuren fahren? Das klingt verlockend, ist aber eher für kurzfristige Anschaffungen sinnvoll. Doch wer auf seinem Konto ständig im Minus ist, verschenkt damit bares Geld. Es gibt wesentlich günstigere Kreditarten als den Dispokredit.

Manche Kreditinstitute zeigen sich gegenüber ihren Kunden sehr großzügig und statten ihr Girokonto mit einem hohen Überziehungsrahmen aus. Viele Konsumenten haben nicht erkannt, dass es sich dabei jedoch um eine fiese Schuldenfalle handelt. Denn fast nirgendwo anders ist geborgtes Geld so teuer wie beim Dispokredit. Wer sein Girokonto ständig in den Miesen hält, verschenkt damit sein Geld. Denn es gibt zahlreiche Alternativen, bei denen für die Begleichung der Schulden wesentlich weniger Zinsen bezahlt werden müssen. Deshalb lohnt es sich, über eine Dispoumschuldung nachzudenken.

Was ist ein Dispokredit?

Im Gegensatz zu anderen Finanzierungsformen wird für den Dispokredit kein eigener Vertrag abgeschlossen. Er ist ein Nebenprodukt des Girokontos und greift immer dann, wenn das Konto ins Minus rutscht.

In diesem Fall gewähren die Banken ihren Kunden in der Regel einen Überziehungsrahmen. Die Höhe ist unterschiedlich und hängt vor allem von der Bonität des Kunden ab. Es gibt auch Girokonten ganz ohne Überziehungsrahmen, oftmals auch auf ausdrücklichen Wunsch eines Kunden. Viele Konsumenten freuen sich über einen hohen Überziehungsrahmen, weil sie damit verbinden, dass sie eine gute Bonität aufweisen.

Das Problem dabei: Laut einer Erhebung von Stiftung Warentest im September 2021 liegt der Durchschnittszins für den Dispokredit bei 9,51 Prozent. Wer also beispielsweise mit seinem Konto ständig etwa 5.000 Euro in den Miesen ist, bezahlt dafür jährlich fast 500 Euro. Diese Summe wäre doch wesentlich besser angelegt in eine neue Waschmaschine oder etwa einen Hausbooturlaub in Masuren.

Es lohnt sich also, zumindest einmal die Konditionen für die Überziehung in Erfahrung zu bringen. Der Zinssatz für Überziehungen ist zwar grundsätzlich bei allen Anbietern im Internet zu finden. Das ist allerdings in manchen Fällen mit einem erheblichen Suchaufwand verbunden.

Selbstverständlich hat ein Dispokredit aber auch seine Vorteile. Dazu gehört, dass die vereinbarte Summe jederzeit und ohne Nachfrage zur Verfügung steht. Wer schnell einmal Geld benötigt und sich nicht erst durch die Formalitäten kämpfen möchte, kann deshalb einfach und schnell auf seinen Dispokredit zurückgreifen.

Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die Überziehung am Konto innerhalb kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden kann. Sobald sich abzeichnet, dass sich die Rückzahlung über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder noch länger hinziehen wird, sind andere Kreditvarianten sinnvoller. Betroffene sollten den Dispokredit nicht dauerhaft nutzen, sondern schnellstmöglich umschulden. Die gute Nachricht: Das geht ganz einfach!

Wie lässt sich der Dispokredit umschulden?

Die meisten Konsumenten entscheiden sich dafür, ihren Dispokredit durch einen Ratenkredit abzulösen. Besonders einfach funktioniert die Umschuldung bei der Hausbank. Allerdings ist nicht gewährleistet, dass diese auch gleichzeitig den besten Zinssatz dafür bietet. Deshalb lohnt es sich, im Vorfeld die Angebote vieler verschiedener Kreditinstitute miteinander zu vergleichen. Auf unabhängigen Vergleichsportalen wie beispielsweise Smava ist das in nur wenigen Schritten möglich.

Zunächst geht es darum, den erforderlichen Kreditbetrag zu ermitteln. Ausgangsbasis dafür ist jener Betrag, den das Konto aktuell im Minus ist. Zur Sicherheit sollten darauf noch einmal etwa 10 bis 20 Prozent draufgeschlagen werden, um durch unerwartete Ausgaben nicht gleich wieder in den roten Bereich zu rutschen und erst wieder den Dispokredit in Anspruch nehmen zu müssen.

Im Anschluss daran gilt es noch zu überlegen, in welchem Zeitraum der Ratenkredit zurückbezahlt werden kann. Dazu ist es wichtig, einen monatlichen Betrag festzulegen, der auf alle Fälle zur Verfügung steht. Eine kurze Laufzeit hat den Vorteil, dass der Zinsaufwand insgesamt niedriger ist, dafür fallen aber auch die monatlichen Raten entsprechen hoch aus. Bei einer langen Laufzeit ist der Zinsaufwand zwar etwas höher, dafür hält sich aber auch der monatliche Aufwand im Rahmen.

Um beispielsweise bei Smava nach entsprechenden Angeboten zu suchen, muss dafür als Verwendungszweck „Umschuldung“ ausgewählt werden. Nachdem der gewünschte Kreditbetrag und die Laufzeit eingegeben wurden, geht es mit einem Klick auf „Zum Kreditvergleich“ gleich zum nächsten Schritt.

Beim Kreditvergleich erhalten Konsumenten einen auf sie zugeschnittenen Angebotsüberblick. Aus der Fülle an Angeboten kann in weiterer Folge einfach das Passendste ausgewählt werden. In den meisten Fällen entscheiden sich Konsumenten selbstverständlich für das Angebot mit dem niedrigsten Zinssatz, weil dadurch bei der Dispo-Umschuldung auch das meiste Geld gespart werden kann.

Um den entsprechenden Vertrag Folge abzuschließen, ist es erforderlich, seine Identität bestätigen zu lassen und ihn entweder digital per QES oder händisch zu unterschreiben. Wenn alle Unterlagen vollständig übermittelt werden, langt das Geld in der Regel innerhalb von 48 Stunden auf dem Girokonto ein und der teure Dispokredit ist damit ausgeglichen.

Masuren Urlaub teurer mit Dispokredit oder Ratenkredit
pixabay.com CC0

Beim Ratenkredit drückt die Zinslast weniger i als beim Dispokredit. Foto: Pixabay.com/qimono/CCO

Es geht um sehr viel Geld

Wieviel Geld durch eine Umschuldung gespart werden kann, zeigt ein einfaches Praxisbeispiel. Herr K. hat sein Girokonto um 5.000 Euro überzogen. Dafür zahlt er neun Prozent an Überziehungszinsen. Auf das komplette Jahr betrachtet ergibt das einen Zinsaufwand von 450 Euro. Im Laufe von fünf Jahren ergibt sich somit eine Gesamtbelastung von 2.250 Euro.

Frau M. hat sich dazu entschieden, ihren Dispokredit in einen Ratenkredit umzuwandeln. Sie borgt sich dafür eine Summe von 5.000 Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren. Der effektive Zinssatz für diesen Ratenkredit liegt bei zwei Prozent. Damit zahlt sie jährlich 100 Euro an Zinsen. Über den kompletten Zeitraum ergibt das eine Gesamtzinsbelastung von 500 Euro.

Im Vergleich zu Herrn K. bezahlt Frau M. also gleich 1.750 Euro weniger an Zinsen. An diesem Beispiel zeigt sich: Es lohnt sich, seine finanzielle Lage zu analysieren und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Das ist der erste und wichtigste Schritt, um sein Finanzmanagement in den Griff zu bekommen.

Das ist vor allem entscheidend, um sich entsprechend für das Alter abzusichern. Denn eine hohe Rente durch den Staat gilt für alle, die heute in der Blüte ihres Erwerbslebens stehen, als eher unwahrscheinlich. Es lohnt sich also auch hier, sich rechtzeitig nach entsprechenden Möglichkeiten umzusehen. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn auf dem Girokonto das dafür erforderliche Geld zur Verfügung steht.