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Der Wallfahrtsort Schönwiese (Międzylesie) im Ermland

Wallfahrtskirche Schönwiese (Międzylesie) im Ermland Foto: Romek , CC BY-SA 3.0 pl

Wallfahrtskirche Schönwiese (Międzylesie) im Ermland, Foto: Romek , CC BY-SA 3.0 pl

Schönwiese (Międzylesie) liegt nur sechs Kilometer von Guttstadt (Dobre Miasto) im Ermland. Der kleine Ort ist einer der ermländischen Traditionswallfahrtsorte (Sanktuarium) und wurde 1346 durch Bischof Hermann von Prag gegründet. Die folgenden Jahrhunderte verbrachte das Dorf Schönwiese etwas abseits der großen Geschichte – bis zum Weihnachtsfest 1713.

Bis dahin waren die Weihnachtstage feierliche Glaubens- und Familienfeste, doch in jenem Jahr ereignete sich dort Ungeheuerliches – heute würde man sagen, Schönwiese machte Schlagzeilen. Es geschah eine zu damaliger Zeit fast unvorstellbar unverfrorene Gotteslästerung.

Eine Gruppe junger Männer hatte das Weihnachtsfest so ganz anders begangen, als es üblich war. Zwei Tage lang hatten sie durchgefeiert und reichlich gezecht. End- und Höhepunkt des Gelages sollte am dritten Tag ein Trink- und Tanzfest werden. Dazu gingen sie, den Spielmann zu holen. Auf dem Weg fanden Sie ein Kreuz, das an einen Baum gelehnt war. Einer der Trinkfreudigen nahm es hoch und bekundete unter allgemeinem Gejohle, dass das Kreuz gerade gut sei, das Warmbier damit zu bereiten.

Im Krug angekommen, begannen sie um das Kreuz herumzutanzen und Gott und die Kirche dabei mit derben Sprüchen zu lästern, sie schlugen auf das Kreuz und feierten so die ganze Nacht weiter. Halbstarke nennt man solche Jungen wohl heute. Damals aber war das Geschehene ein ungeheuerliches Vergehen, das sich rasch bis zu Bischof Teodor Potocki , dem Landesherrn des Fürstbistums Ermlands herumsprach. Dieser machte den drei Rädelsführern den Prozess. Ihre wie es hieß grausige, unerhörte und ständig wiederholte Gotteslästerung und Blasphemie war zu damaliger Zeit ein schweres Verbrechen, das mit dem Tod durch das Schwert geahndet wurde. Gemäß Urteil sollte den Delinquenten zusätzlich die rechte Hand abgeschlagen werden, die das Kreuz entehrt hatte, und auf einem Pfahl zur Mahnung am Ort des Verbrechens aufgestellt werden. Der Gastwirt sowie der Dorfschulze, die dem wüsten Treiben der jungen Männer nicht Einhalt geboten hatten, wurden dazu verdonnert, am Ort des Frevels eine von ihnen finanzierte Kapelle zu errichten, in der das geschändete Kreuz aufbewahrt wird. Dazu wurde das Haus des Dorfschulzen abgerissen. Der seines Amtes enthobene Dorfschulze musste zusätzlich eine Strafe zahlen.

 

Die kleine Kapelle wurde rasch zu klein und konnte die vielen Gläubigen nicht mehr aufnehmen. Ein Neubau wurde in Angriff genommen. Diese Kapelle zur Auffindung des Heiligen Kreuzes wurde nach Plänen des Wormditter Baumeister Christoph Reimers als Sühnekapelle errichtet. Sie wurde am 18. April 17723 von Bischof Teodor Andrzej Potocki geweiht und zog bald viele der frommen Ermländer an und wurde rasch zum Wallfahrtsort für die Gläubigen. Unter Nutzung der Stützmauern wurde 1752-1756 die heutige Barockkirche errichtet, die seitlichen Türme mit den Zwiebelhauben entstanden 1755. Geweiht wurde die Kirche am 3. September 1755 vom Bischof Ignacy Krasicki. Das Kreuz erhielt seinen Platz über dem Hochaltar.

In der Wallfahrtskirche (Kościół p.w.Krzyża Św. i Matki Boskiej Bolesnej ) Schönwiese sind traditionell der Tag der Kreuzauffindung am 3. Mai, die Kreuzerhöhung, Pfingsten und, das Fest der sieben Schmerzen Mariä die großen Wallfahrtstage, beliebt waren ebenfalls seit jeher die Fastenandachten. Der alte Kirchhof ist großenteils noch erhalten.

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