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Ermland: Die Wallfahrtskirche in Krosno (Krossen)

Wallfahrtskirche Krosno, Foto: Adam Kliczek / Wikipedia, licence: CC-BY-SA-3.0

Im nur drei Kilometer östlich von Orneta/Wormditt etwas versteckt gelegenen Krosno/Krossen steht direkt an der Drewenz (Drwęca) eine barocke Wallfahrtskirche, die dem Besucher seltsam bekannt vorkommt. Und tatsächlich, sie gleicht nicht etwa zufällig der von Swięta Lipka/Heilige Linde, sie wurde nach deren Vorbild gebaut und 1720 geweiht.

Der Legende nach hatten Diebe in der Gegend einen Kelch mit geweihten Hostien gestohlen und diese achtlos auf eine Weide geschüttet, da sie nur am Kelch interessiert waren. Der Bauer fand am nächsten Morgen seine dort weidenden Kühe auf den Knien im Kreis um die Hostien liegend. Der herbeigerufene Priester sammelte die Hostien auf und sorgte für den Bau der Wallfahrtskirche an eben dieser Stelle. Schon im 14. Jahrhundert  war hier diese Marienkapelle urkundlich erwähnt. Anfang des 17. Jahrhunderts kaufte der Braunsberger Bürgermeister Jakob Bartsch mit dem Gut auch das Kirchlein. Anfang des 18. Jahrhunderts gingen Gut Krossen und die Kapelle an den Wormditter Erzpriester Kaspar Simonis (1660 – 1733). Der Geistliche sorgte 1715  für den Bau der heutigen Wallfahrtskirche die 1720 fertig wurde. Ab 1722 wurde das Konventsgebäude. im Jahr 1740 dann die Abtei angebaut. Die Inneneinrichtung der Kirche mit dem Hochaltar, der Kanzel und der Orgel stammen von Christoph Peucker, der 1732 in Rößel starb. Jünger sind die Malereien, die von Busch-Berlin stammen. Die Stuckmarmorverzierungen an den Wänden und Pfeilern schuf Zanetti, ein in Königsberg ansässiger italienischer Künstler.

Die Kirche Mariä Heimsuchung mit dem Alabasterbildnis der Gottesmutter im Hochaltar wirkt nicht ganz so grazil wie Heilige Linde, ist aber ebenfalls ein hervorragendes Zeugnis des ermländischen Barocks. Heute ringt sie ums Überleben, da sie auf einem Feuchtwiesengebiet steht, ist Nässe ins Mauerwerk gedrungen und macht aufwendige Sanierungen nötig. Obwohl nur drei Kilometer von Wormditt entfernt und gut erreichbar, ist die Krossener Kirche heute fast vergessen, man hat sie bei der Besichtigung meistens fast für sich. Das verhilft dem Besucher zu Momenten der inneren Einkehr und Ruhe, macht aber andererseits gleich das Dilemma deutlich: wenig Touristen – wenig Spenden – wenig Sanierung.

Seit der Wende werden Wallfahrtskirche mit Abtei mit polnischen und deutschen öffentlichen und privaten Mitteln restauriert.  Das Konventsgebäude soll eventuell einmal als deutsch-polnische Jugendbegegnungsstätte ausgebaut werden.

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