Flugplatz Dajtki/Deuthen hundert Jahre alt

Flugplatz Deuthen/Dajtki aus der Luft, Foto: Marek Cel, CC-BY-SA-3.0, GFDL

Der Aeroklub Warminskie-Maszurskie feiert mit Ballonfahrten, Rundflügen, Führungen und Grillvergnügen den hundertsten Geburtstag des Flugplatzes Deuthen/Dajtki bei Allenstein/Olsztyn, der direkt an der Richtung Ostroda/Osterode führenden Hauptstraße DK 16 liegt.

Auch in den lokalen Medien ist der Geburtstag Thema. Die Olsztyner Internet-Regionalausgabe der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ illustriert seinen Artikel über die Geschichte des Deuthener Flugplatzes mit historischen Fotos. Heute verfügt der Flugplatz seit 2006 über eine betonierte Startbahn mit einer Länge von 850 Metern, so dass Flugzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 12,5 Tonnen dort starten und landen können. Genutzt wird der Flugplatz heute hauptsächlich vom Sportfliegerklub Aeroklub Warminski-Mazurski. Und wie früher sieht man von hier aus bei entsprechender Thermik am Himmel über Deuthen und dem Okullsee wieder jede Menge Segelflieger ihre Kreise ziehen.

Das erste Flugzeug landete in Deuthen allerdings schon vor 103 Jahren, als Adolf Behrendt 1910 die Allensteiner Gewerbeausstellung besuchen wollte, bei der Landung aber verunglückte. Weil Flieger abergläubisch sind, sollte die Geschichte des Flugplatzes Deuthen nicht mit einer Katastrophe beginnen weiß Henryk Lesniowski, der Autor des pünktlich zum Jubiläum erschienenen Buches “Olsztyńskie skrzydla. 100 lat lotniska w Dajtkach 1913-2013“ auf olsztyn.gazeta.pl zitiert. So beginnt die offizielle Geschichte des Flugplatzes 1913, als zum ersten Mal ein Flugzeug unfallfrei auf dem Flugfeld in Deuthen landete.

Der Beginn der Geschichte der Fliegerei in Deuthen war unspektakulär, der Erste Weltkrieg kam und man hatte andere Sorgen in Ostpreußen. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges und den Beschränkungen und Erschwernissen durch den Versailler Vertrag änderte sich das, man erkannte die Bedeutung der Fliegerei. Im Jahr 1926 wurde beschlossen auf dem knapp 3x 1,5 Kilometer großen Plateau bei Deuthen einen Flugplatz zu errichten. Dieser Flugplatz sollte sowohl zivilen, als auch militärischen Zwecken dienen. Schon zum 1.Juni 1926 wurde von der Lufthansa eine Passagierlinie nach Danzig eingerichtet. Von dort konnte man weiter nach Berlin oder Königsberg fliegen. Der Flug nach Danzig dauerte damals zwei Stunden, gegenüber der viereinhalbstündigen Bahnfahrt. Wer Interesse an Genauerem hat, findet alle Informationen über den damaligen Verkehrslandeplatz Allenstein in Deuthen im Flughandbuch Allenstein von 1928.

Im August 1933 landete in Deuthen das Flugzeug Adolf Hitlers. Um den Versailler Vertrag zu umgehen, wurde im Deutschen Reich das Segelfliegen propagiert und sehr populär. Der Traum vom Fliegen wurde für viele Jugendliche wahr, als die Hitlerjugend-Sondereinheit „Flieger-HJ“ die Massenausbildung übernahm, was auch in Deuthen geschah. Die Ausbildung führte zu den drei Segelflugabzeichen A,B und C und wurde wurde vom Oberkommando der Luftwaffe kontrolliert, Lehrer stellte oft das Nationalsozialistische Fliegerkorps. Filme wie „Quax der Bruchpilot“ und „Junge Adler“ sorgten mit für stetigen Zulauf.

Während des Krieges wurde Deuthen von der Luftwaffe als Einsatzhafen genutzt. Als Allenstein am 22.Januar 1945 von den sowjetischen Truppen eingenommen wurde, nutzte in der Folge die Rote Armee das Deuthener Flugfeld. Schon ab dem 18 April 1945 nutzte die polnische Fluglinie LOT Deuthen für die Fluglinie Warschau/Warszawa – Olszty/Allenstein – Gdansk/Danzig – Bydgoszcz/Bromberg – Warschau/Warszawa.

 

 

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