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Paddeln auf der Czarna Hancza

Paddeln auf verwunschenen Flüssen im Nordosten von Polen, Foto: Polska Organizacja Turisticzna

Die ganze Schönheit Masurens und seiner Nachbarregionen erschließt sich eigentlich erst vom Wasser aus, die Gewässer sind auch von nicht so geübten Paddlern zu bewältigen, tückische Strömungen gibt es nicht. Meist herrschen im Sommer stabile Schönwetterlagen, aufziehende Gewitter allerdings sollte man auf gar keinen Fall unterschätzen. Die auftretenden Windstärken sind so hoch und die Böen so heftig, dass auch die sonst so gutmütig wirkenden Seen einen erstaunlichen Seegang mit beachtlicher Wellenhöhe zustande bringen.

Im äußersten Nordosten in Polens Grüner Lunge liegt im Wigry-Nationalpark (Wigierski Park Narodowy) die Czarna Hańcza-Route, eine der schönsten Routen Europas und ein außerordentliches Paddelerlebnis. Die Gegend gehört schon zur Woiwodschaft Podlachien, ist aber vom benachbarten Masuren aus immer zumindest einen Ausflug wert.

Die Paddeltour auf der Czarna Hańcza und dem Augustowski-Kanal gehört zu den populärsten Polens. Die Route beginnt am Austritt des Flusses aus dem Wigry-See bei Suwalki. Ausgangspunkt ist die PTTK-Stadtion Stary Folwark.

Von hier aus führt die 83 km lange Route im Wigry Nationalpark durch das mit 1100 km² größte geschlossene polnische Waldgebiet, die Puszcza Augustowska bis hinein in den Augustowski-Kanal.

Die Czarna Hańcza führt durch vielfältige Landschaften und ist mal ist ein behäbig durch Tiefland und Sumpfgebiete mäandernder Strom, mal ein quicklebendiger an einen Mittelgebirgsfluss erinnerndes Fluss. Natur pur verspricht diese Paddelroute, in den tiefen Wäldern trifft man nicht nur auf Luchse, sondern auch auf Elche und vereinzelt sogar auf Wölfe, in Ufernähe auf Kormorane, Graureiher, Seeadler und Schwarzstörche.

Fünf Tage braucht man für die Tour mindestens, es lohnt sich aber, sie auf sieben oder acht Tage auszudehnen und sich zu Beginn einen Tag zu gönnen um den Wigry-See zu erkunden.
Die Etappen sind alle um die 20 km lang und auch von nicht so geübten oder älteren Paddlern zu bewältigen, denn man fährt ausschließlich mit dem Strom.

Nach Wysoki Most geht die erste Etappe und führt gleich über einen der schönste Flussabschnitte. Baumbestandene Ufer wechseln sich mit schilfbestandenen Strecken ab, denen wieder in Weiden übergehende Ränder folgen. Hier ist die Czarna Hańcza flach, jeder Stein am Boden ist im klaren Wasser zu erkennen. Kurz vor dem Etappenziel schient sie im Schilf zu verlanden und ist kaum noch fünf Meter breit.

Karte der Paddeltouren im Verlauf von Rospuda und Czarna Hancza  Foto: Wulfstan, CC-BY-SA-2.0

 

Die zweite Teilstrecke nach Frącki ist sehr kurz, so bleibt unterwegs genug Zeit zum schauen, denn es gibt viel zu sehen. Schmalen Flussabschnitten folgen kleine Einmündungen und immer breiter werdende Strecken, kleine Schilfinselchen finden sich.

Ein langer Tripp nach bildet die dritte Etappe. Der Fluss schlängelt sich in engen Windungen durch dichte Wälder, unterbrochen durch Weiden und Lichtungen. unterbrochen werden. Die Wälder gehen langsam in eine Wiesenlandschaft über, die Fließgeschwindigkeit wird höher, bis eine ausgedehnte Waldstrecke das nahe Ziel verspricht.

Die vierte Etappe führt hinein in den Augustowski-Kanal. Fünf Schleusen gilt es auf einer sehr abwechslungsreichen Route an diesem Tag zu passieren und fünf kleinere Seen zu durchpaddeln.

Am letzten Tag geht es auf der fünften Etappe nochmals durch einen Wechsel von Kanal- und Seeabschnitten, wiederum durch vier Schleusen. Die Tour endet an der PTTK-Station Augustów. An allen Übernachtungsorten befinden sich PTTK-Wasserstationen, in der Hochsaison sollte man besser vorbestellen. Im übrigen bieten auch zahlreiche Reiseveranstalter betreute Touren an.