Polenweit höchste Arbeitslosigkeit in Ermland und Masuren

Ermland-Masuren Journal, News

 

Es sei etwas besser geworden, aber immer noch zu wenig, um von einer Belebung der Wirtschaft in Polen kommentiert der Volkswirtschaftler Prof. Andrzej Buszko von der Ermländisch-Masurischen Universität UWM die neuesten Daten  des Polnischen Statistischen Hauptamts (Główny Urząd Statystyczny, GUS) zum Thema Arbeitslosigkeit in einem Interview mit der Regionalzeitung Gazeta Olsztyńska.

 

Im Februar betrug die Arbeitslosigkeit 13,9 % informierte das GUS. Das sei mit 0,1 % etwas weniger als im Februar. Auf die Frage, ob das nun eine gute Nachricht sei, antwortete Buszko, es sei immerhin gut, dass die Arbeitslosigkeit überhaupt gefallen ist, aber sie ist immer noch hoch. Immer noch hätten viel zu viele Menschen keine Arbeit fügte Buszko an.

Derzeit gibt es noch immer 2.225.000 Menschen, die keine Arbeit haben, was für Polen ein großes Problem und es wäre noch größer, wenn es in Polen nicht die hohe Arbeitsmigration geben würde. Immer noch wandern vor allem junge Polen aus, weil sie im Land keine Beschäftigung finden.

Die höchste Arbeitslosenzahl wird wie bisher in der Woiwodschaft Ermland-Masuren verzeichnet, sie liegt nach den neuen GUS-Zahlen bei 22,3 % und ist im Vergleich zum Februar um 0,7 % gefallen. Als mehr als ein kleines Hoffnungsfünkchen mag Prof. Buszko das aber nicht sehen.

Es sein kein großer Hoffnungsschimmer, da das Wetter geholfen habe, durch das die Saisonarbeiten etwas früher wieder aufgenommen werden konnten als üblich, darunter die Bauarbeiten und die Landwirtschaft. Doch müsse man bedenken, dass man in der Woiwodschaft genügend strukturschwache Regionen habe, besonders in den Grenzkreisen zum Kaliningrader Gebiet, in denen die Leute vom Schmuggel leben. Sie treten in den Arbeitslosenregistern auf, suchen aber nicht wirklich Arbeit, weil sie durch das Schmuggeln mehr verdienen als durch legale Arbeit, erklärt der Volkswirtschaftler.

Die höchsten Arbeitslosenzahlen in der Woiwodschaft sind im Kreis Braniweo (Braunsberg) mit 32,9 31,7%, im Kreis Pisz (Johannisburg), dem Kreis Bartoszyce (Bartenstein) mit 33,8% zu finden. Am niedrigsten ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Iława (Deutsch Eylau) mit 11,4 % in Olsztyn (Allenstein) sind es gar nur 7,3%.